Atlantikstraße Norwegen: Brücken über dem Meer
· 6 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze:
- Die Atlantikstraße liegt in der Region Møre og Romsdal zwischen Molde und Kristiansund und verbindet Vevang mit Kårvåg über acht Brücken.
- Der ikonische Abschnitt ist rund 8,3 Kilometer lang, die komplette Panoramaroute zwischen Kårvåg und Bud misst etwa 36 Kilometer.
- Die Storseisundet-Brücke ist mit 260 Metern Länge und 23 Metern Höhe über dem Meer das bekannteste Bauwerk der Strecke.
- Gebaut zwischen 1983 und 1989, ist die Straße heute mautfrei und gehört zu den offiziellen norwegischen Nationalen Touristenrouten.
Wer sich durch Fotos norwegischer Küstenstraßen klickt, stößt früher oder später auf ein Bild, das aussieht, als würde eine Brücke mitten im Meer enden. Genau das ist die Atlantikstraße, norwegisch Atlanterhavsvegen, eine der meistfotografierten Strecken Skandinaviens. Sie schlängelt sich über Inseln, Schären und Dämme durchs offene Meer und macht dabei aus einer gewöhnlichen Autofahrt ein Erlebnis, das norwegische Ingenieurskunst mit Naturschauspiel verbindet.
Wo die Atlantikstraße verläuft
Die Straße 64 verbindet auf ihrem markantesten Teilstück Vevang auf dem norwegischen Festland mit Kårvåg auf der Insel Averøy. Geografisch liegt sie an der Westküste des Landes, in der Region Møre og Romsdal, zwischen den Städten Molde und Kristiansund. Wer von Kristiansund aus startet, erreicht die Straße nach rund 30 bis 40 Autominuten, von Molde aus dauert die Anfahrt ähnlich lang.
Der berühmte Abschnitt, der auf nahezu jedem Reisefoto zu sehen ist, misst etwa 8,3 Kilometer. Die vollständige nationale Touristenroute reicht jedoch deutlich weiter: Sie verläuft über insgesamt rund 36 Kilometer zwischen Kårvåg und der kleinen Hafenstadt Bud. Wer nur den kurzen Kernabschnitt fährt, verpasst also einen erheblichen Teil der Strecke, der ebenfalls durch typisch norwegische Schärenlandschaft führt.
Acht Brücken über das offene Meer
Das eigentliche Merkmal der Atlantikstraße sind ihre acht Brücken, die kleine Inseln, Riffe und Dämme miteinander verknüpfen. Zwischen den Brücken liegen offene Wasserflächen, sodass die Fahrt streckenweise wirkt, als würde das Auto direkt über den Atlantik rollen. Bei starkem Wellengang schlagen Gischt und Wellen bis auf die Fahrbahn, was der Straße ihren Ruf als eine der spektakulärsten Fahrstrecken der Welt eingebracht hat.
Die bekannteste dieser acht Brücken ist die Storseisundet-Brücke. Mit 260 Metern Länge und einer Höhe von etwa 23 Metern über dem Meeresspiegel ist sie das fotografische Highlight der gesamten Route. Ihre geschwungene Form sorgt aus bestimmten Blickwinkeln für die berühmte optische Täuschung, bei der die Brücke wie eine Sackgasse ins Nichts wirkt. Erst aus der Nähe löst sich der Eindruck auf und die tatsächliche Streckenführung wird sichtbar.
Bau und Geschichte der Strecke
Der Bau der Atlantikstraße begann am 1. August 1983 und zog sich über knapp sechs Jahre hin. Fertiggestellt wurde sie am 7. Juli 1989, nachdem Ingenieure die Verbindungen über insgesamt zwölf Inseln und Schären realisiert hatten. Die Baukosten beliefen sich auf 122 Millionen norwegische Kronen, ein für die damalige Zeit beachtlicher Betrag angesichts der schwierigen Bauverhältnisse mitten im offenen Meer.
Finanziert wurde das Projekt zunächst über eine Straßenmaut, die Fahrzeuge entrichten mussten. Diese Gebühr wurde 1999 abgeschafft, sodass die Strecke seither kostenfrei befahrbar ist. Heute gilt die Atlantikstraße als eine von Norwegens Nationalen Touristenrouten und ist zusätzlich als Kulturerbestätte anerkannt, was ihren Status als technisches und landschaftliches Wahrzeichen unterstreicht.
Die Fahrt und was sie besonders macht
Wer die Strecke selbst fährt, merkt schnell, dass die Faszination nicht allein von den Brücken ausgeht. Es ist das Zusammenspiel aus grauem Fels, tiefblauem Meer und der schmalen Asphaltbahn, die sich dazwischen hindurchwindet, das die Fahrt so eindrücklich macht. An klaren Tagen liegt die Weite des Atlantiks fast greifbar neben der Fahrbahn, bei bewölktem Himmel wirkt die Szenerie rauer und dramatischer. Beide Stimmungen haben ihren eigenen Reiz, und viele Norwegen-Reisende berichten, dass gerade das wechselhafte Wetter die Atmosphäre unterstreicht statt sie zu trüben.
Entlang der Route gibt es mehrere Aussichtspunkte und Parkbuchten, an denen sich anhalten lässt, um die Brücken zu Fuß zu erkunden oder Fotos zu machen. Wer Zeit mitbringt, sollte die Strecke nicht nur durchfahren, sondern immer wieder aussteigen und die Weite auf sich wirken lassen. Auch Radfahrer nutzen die Strecke, wobei der teils schmale Straßenrand und der Verkehr an klaren Tagen Aufmerksamkeit erfordern.
Wetter, Jahreszeit und beste Reisezeit
Die Atlantikstraße liegt an einem Küstenabschnitt, der für seine wechselhaften Wetterlagen bekannt ist. Stürme und hoher Wellengang sind hier keine Seltenheit, insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten. Manche Reisende suchen die Strecke bewusst bei stürmischem Wetter auf, um das Naturschauspiel der auf die Fahrbahn schlagenden Wellen zu erleben, was die Straße zeitweise zu einem beliebten Ziel für Sturmbeobachtung macht.
Die Sommermonate zwischen Juni und August bieten dagegen die stabilsten Bedingungen und die meisten Stunden Tageslicht, was die Strecke besonders gut zugänglich macht. Für Fotografien mit ruhiger See und klarer Sicht eignet sich diese Zeit am besten. Wer die Straße im Winter befährt, sollte mit Wind, Regen und gelegentlichen Einschränkungen durch Wetterlagen rechnen, auch wenn keine grundsätzliche saisonale Sperrung bekannt ist.
Anfahrt und Einbindung in eine Norwegen-Reise
Die Atlantikstraße lässt sich gut in eine größere Rundreise entlang der norwegischen Westküste einbauen. Viele Reisende kombinieren sie mit einem Abstecher nach Kristiansund, das für seine bunten Holzhäuser und die maritime Geschichte bekannt ist, oder mit Molde, das als Ausgangspunkt für Fjordtouren dient. Da die Strecke selbst nur wenige Kilometer misst, reicht ein halber Tag aus, um sie in Ruhe zu befahren und dabei auch Fotostopps einzuplanen.
Für alle, die keinen Mietwagen nutzen möchten, gibt es organisierte Tagesausflüge ab Kristiansund oder Molde, die die Atlantikstraße mit weiteren Sehenswürdigkeiten der Region verbinden. Eine eigene Anreise mit dem Auto bietet jedoch die größte Flexibilität, um an den zahlreichen Aussichtspunkten so lange zu verweilen, wie es das Wetter zulässt.
Häufige Fragen
Wie lang ist die Atlantikstraße genau?
Der bekannte, meistfotografierte Abschnitt der Atlantikstraße misst rund 8,3 Kilometer zwischen Vevang und Kårvåg. Die vollständige nationale Touristenroute reicht jedoch weiter und erstreckt sich über etwa 36 Kilometer bis zur Ortschaft Bud.
Muss man für die Atlantikstraße Maut zahlen?
Nein, die Straße war früher mautpflichtig, diese Gebühr wurde jedoch 1999 abgeschafft. Seither ist die Fahrt über die Atlantikstraße kostenfrei.
Warum wirkt die Storseisundet-Brücke wie eine Sackgasse?
Aus bestimmten Blickwinkeln und bei bestimmten Lichtverhältnissen erzeugt die geschwungene Form der 260 Meter langen Brücke eine optische Täuschung, bei der sie wie eine im Meer endende Rampe wirkt. Erst bei näherer Betrachtung löst sich dieser Eindruck auf und der tatsächliche Streckenverlauf wird erkennbar.
Ist die Atlantikstraße auch im Winter befahrbar?
Es liegen keine belastbaren Hinweise auf eine generelle saisonale Sperrung vor, allerdings ist die Region für starke Winterstürme und hohen Wellengang bekannt. Wer die Strecke im Herbst oder Winter fährt, sollte mit Wind und Regen rechnen und sich vorab über die aktuelle Wetterlage informieren.
- #atlantikstrasse
- #norwegen
- #strassenreise
- #moere og romsdal
- #panoramaroute