Nusnäs: Heimat der Dalapferde in Dalarna
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Das Wichtigste in Kürze:
- Nusnäs liegt bei Mora in Dalarna und ist die Heimat der beiden traditionsreichen Werkstätten Nils Olsson Dalahästar und Grannas A. Olsson Hemslöjd.
- Beide Betriebe fertigen seit den 1920er-Jahren handgeschnitzte und handbemalte Dalapferde, das bekannteste Kultursymbol Schwedens.
- Bei Nils Olsson kannst du die Produktion besichtigen und dein eigenes Dalapferd bemalen, bei Grannas entstehen jährlich rund 50.000 Pferde.
- Öffnungszeiten und Eintrittsregelungen unterscheiden sich je nach Werkstatt und Saison, ein Besuch lohnt sich an beiden Adressen an der Edåkersvägen.
Wer durch Dalarna reist, kommt an einem kleinen Dorf namens Nusnäs kaum vorbei, selbst wenn er es vorher nie gehört hat. Hier, direkt am Siljansee unweit von Mora, wird das wohl bekannteste Souvenir Schwedens hergestellt: das rote Dalapferd mit der weißen Kurbits-Bemalung. Was wie ein reines Touristenziel klingt, ist tatsächlich ein lebendiger Handwerksort mit fast hundertjähriger Firmengeschichte.
Was Nusnäs so besonders macht
Nusnäs ist kein Museum und keine nachgebaute Kulisse, sondern ein Arbeitsort. In den beiden Werkstätten des Dorfes wird bis heute von Hand geschnitzt, grundiert und bemalt, genau wie vor hundert Jahren. Das unterscheidet den Ort von vielen anderen Souvenir-Produktionsstätten, die längst industrialisiert haben. Wer durch die offenen Werkstatttüren schaut, sieht echte Handwerker bei der Arbeit, nicht nur ein Schauprogramm für Besuchergruppen.
Die geografische Lage trägt ebenfalls zur Atmosphäre bei. Nusnäs liegt eingebettet zwischen Wald und Wasser, nur wenige Kilometer von Mora entfernt, einer der bekanntesten Orte Dalarnas. Wer ohnehin in der Region unterwegs ist, etwa wegen des Wasalaufs oder der Seenlandschaft, kann den Abstecher problemlos in eine Tagestour einbauen.
Die beiden Werkstätten: Nils Olsson und Grannas
In Nusnäs konkurrieren zwei Familienbetriebe seit Jahrzehnten freundschaftlich um den Titel der ältesten und bekanntesten Dalapferd-Werkstatt. Grannas A. Olsson Hemslöjd besteht seit 1922, Nils Olsson Dalahästar seit 1928. Beide liegen an derselben Straße, der Edåkersvägen, Nils Olsson auf Hausnummer 17, Grannas auf Hausnummer 24. Ein Besuch beider Betriebe ist zu Fuß in wenigen Minuten zu schaffen.
Grannas gibt an, auf eine besonders lange Tradition zurückzublicken: Schriftliche Hinweise auf den Handel mit Holzpferden in der Region reichen bis zu einer Predigt aus dem Jahr 1624 zurück. Die industrielle Fertigung im heutigen Sinn begann jedoch erst Anfang des 20. Jahrhunderts, als Bauern in den langen, dunklen Wintermonaten begannen, Pferdefiguren zu schnitzen und zu verkaufen.
Nils Olsson Dalahästar ist heute die größere und touristisch stärker erschlossene der beiden Werkstätten. Hier gibt es neben der Produktionsstätte auch einen Laden, ein Café und die Möglichkeit, an saisonalen Führungen teilzunehmen.
Das Dalapferd als Symbol Schwedens
Das Dalapferd, schwedisch dalahäst, ist weit mehr als ein hübsches Mitbringsel. Es gilt als eines der bekanntesten Kultursymbole Schwedens überhaupt und schmückt Postkarten, Reiseführer und offizielle Werbekampagnen des Landes. International bekannt wurde das Motiv 1939, als ein überdimensionales Dalapferd auf der Weltausstellung in New York Aufsehen erregte.
Die klassische Herstellung folgt bis heute einem festen Ablauf: Das Holz wird grob zugeschnitten, von Hand fein geschnitzt, grundiert und anschließend mit der charakteristischen floralen Kurbits-Verzierung bemalt. Diese Muster variieren je nach Werkstatt leicht, folgen aber einer gemeinsamen gestalterischen Tradition. Bei Grannas entstehen auf diese Weise nach eigener Angabe rund 50.000 Dalapferde pro Jahr, von der kleinen Fensterbank-Figur bis zum meterhohen Blickfang für den Garten.
Was einen beim Beobachten der Handwerker überrascht, ist das Tempo. Was auf den ersten Blick wie filigrane Kleinarbeit wirkt, geschieht in einer eingespielten, fast beiläufigen Routine. Ein erfahrener Maler setzt die Kurbits-Muster in wenigen sicheren Pinselstrichen, ohne Schablone, ohne zu zögern. Genau dieser Kontrast zwischen jahrzehntelanger Übung und scheinbarer Leichtigkeit macht den Besuch für viele Reisende zum eigentlichen Höhepunkt.
Öffnungszeiten und Besuch planen
Für Nils Olsson Dalahästar werden Öffnungszeiten von Montag bis Freitag zwischen 9 und 18 Uhr genannt, samstags von 10 bis 15 Uhr und sonntags von 11 bis 15 Uhr. Der Betrieb ist nach vorliegenden Angaben ganzjährig geöffnet, mit Ausnahme von Heiligabend und Neujahrstag. Zu den Eintrittspreisen gibt es unterschiedliche Angaben: Eine Quelle nennt 130 SEK für Erwachsene, 65 SEK für Kinder zwischen 6 und 16 Jahren und freien Eintritt für jüngere Kinder, eine andere beschreibt den regulären Werkstattbesuch als kostenlos. Wer die Produktion live sehen möchte, sollte werktags vor etwa 15.30 Uhr eintreffen, da die Handwerker danach ihre Arbeit einstellen.
Grannas hält sich an etwas kürzere reguläre Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 16 Uhr, samstags 10 bis 14 Uhr. In der Hauptsaison vom 15. Juni bis 15. August ist der Betrieb täglich geöffnet.
Für einen stressfreien Besuch lohnt sich der Vormittag. Wer am frühen Morgen kommt, bekommt die Werkstätten meist noch ohne große Besuchergruppen zu sehen und kann in Ruhe zuschauen, bevor Busse mit Tagesausflüglern eintreffen.
Was Besucher vor Ort erwartet
Über die reine Besichtigung hinaus bietet Nils Olsson Dalahästar die Möglichkeit, selbst ein Dalapferd zu bemalen. Das Angebot richtet sich an Familien ebenso wie an Einzelreisende und eignet sich besonders gut für einen Regentag in der Region. Im angeschlossenen Laden lassen sich fertige Pferde in allen Größen und Farben kaufen, vom roten Klassiker bis zu saisonalen Sondereditionen. Das Café bietet eine Gelegenheit zur Pause, bevor es weiter in Richtung Mora oder an den Siljansee geht.
Grannas setzt dagegen stärker auf die handwerkliche Tradition selbst und wirkt insgesamt etwas unmittelbarer und weniger touristisch inszeniert. Wer beide Werkstätten besucht, bekommt so zwei unterschiedliche Blickwinkel auf dasselbe Handwerk: den größeren, besucherfreundlich ausgebauten Betrieb und den kleineren, ursprünglicheren Familienbetrieb nur wenige Schritte entfernt.
Für die Anreise empfiehlt sich die Kombination mit einem Aufenthalt in Mora, von wo aus Nusnäs in wenigen Minuten mit dem Auto erreichbar ist. Wer mit dem Zug anreist, kann in Mora übernachten und den Besuch in Nusnäs als Halbtagesausflug einplanen.
Öffnungszeiten und Preise: Stand Oktober 2026.
Häufige Fragen
Wie weit ist Nusnäs von Mora entfernt?
Nusnäs liegt nur wenige Kilometer südöstlich von Mora und ist mit dem Auto in etwa zehn Minuten erreichbar. Das macht den Ort zu einem naheliegenden Tagesausflugsziel für alle, die in Mora Station machen.
Kann man in Nusnäs selbst ein Dalapferd bemalen?
Ja, bei Nils Olsson Dalahästar können Besucher ihr eigenes Dalapferd bemalen. Das Angebot ist besonders bei Familien beliebt und lässt sich gut mit dem Werkstattbesuch und einer Pause im angeschlossenen Café verbinden.
Welche der beiden Werkstätten in Nusnäs ist die ältere?
Grannas A. Olsson Hemslöjd wurde 1922 gegründet und ist damit einige Jahre älter als Nils Olsson Dalahästar, das seit 1928 besteht. Beide Betriebe fertigen bis heute unabhängig voneinander handgeschnitzte Dalapferde.
Woher stammt der Name Dalapferd?
Der Name leitet sich von der Region Dalarna ab, in der die Tradition der geschnitzten Holzpferde seit Jahrhunderten gepflegt wird. Schriftliche Hinweise auf den Handel mit solchen Pferden reichen bis in das 17. Jahrhundert zurück, international bekannt wurde das Symbol erst 1939 durch eine Weltausstellung in New York.
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