Sieben Schwestern Wasserfall am Geirangerfjord
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Das Wichtigste in Kürze:
- Die Sieben Schwestern sind eine Gruppe von sieben Wasserfällen am Geirangerfjord in Norwegen, etwa 6,5 Kilometer westlich von Geiranger.
- Zusammen überwinden die Wasserströme rund 410 Höhenmeter, der höchste freie Fall misst etwa 250 Meter.
- Gegenüber liegt der Wasserfall Friaren, mit dem eine lokale Legende die Sieben Schwestern verknüpft.
- Am kräftigsten fließen die Fälle im späten Mai und Juni, im trockenen Spätsommer können sie deutlich schwächer wirken.
Wer am Geirangerfjord mit dem Boot unterwegs ist, kommt an ihnen nicht vorbei: Die Sieben Schwestern gehören zu den bekanntesten Naturschauspielen Norwegens und sind gleichzeitig eines der meistfotografierten Motive entlang der westnorwegischen Fjorde. Sieben schmale Wasserstränge stürzen dort parallel eine Felswand hinab, so nah beieinander, dass sie wie Geschwister wirken, die gemeinsam ins Tal springen. Der Name ist keine touristische Erfindung, sondern stammt aus einer alten norwegischen Legende, die bis heute erzählt wird.
Wo die Sieben Schwestern liegen und wie sie entstanden sind
Der Wasserfall befindet sich auf der Nordseite des Geirangerfjords, unterhalb des historischen Hofs Knivsflå. Daher trägt er auch den norwegischen Namen Knivsflåfossen, während die geläufigere Bezeichnung De Syv Søstrene beziehungsweise im Nynorsk Dei Sju Systrene lautet. Geografisch liegt die Stelle rund 6,5 Kilometer westlich des Ortes Geiranger, mitten in einer Landschaft aus steilen Felswänden und schmalen Wasserläufen, die für den gesamten Fjord charakteristisch ist.
Die sieben einzelnen Wasserströme entspringen unterschiedlichen Quellbächen im Hochland oberhalb der Fjordwand und vereinen sich optisch zu einem Ensemble, obwohl sie technisch getrennte Fälle sind. Zusammen bewältigen sie einen Höhenunterschied von etwa 410 Metern, wobei der höchste einzelne freie Sturz auf rund 250 Meter geschätzt wird. Diese Kombination aus mehreren parallelen Fällen auf engem Raum ist geologisch ungewöhnlich und macht den Ort auch unter Wasserfall-Kennern besonders.
Die Legende von den Schwestern und ihrem Freier
Gegenüber den Sieben Schwestern, auf der anderen Seite des Fjords, fließt ein weiterer Wasserfall namens Friaren, zu Deutsch „der Freier”. Die örtliche Erzählung verbindet beide Fälle miteinander: Der Freier soll erfolglos um die Gunst der sieben Schwestern geworben haben, die seine Annäherungsversuche bis heute zurückweisen. Manche Versionen der Legende erklären damit auch die Form der Felsen, andere deuten die unterschiedliche Wasserführung als bildlichen Ausdruck dieser Zurückweisung.
Solche Geschichten sind im Geirangerfjord keine Seltenheit. Die gesamte Region ist reich an Sagen über Bauernhöfe, die einst an schwer zugänglichen Steilhängen lagen, und über die Menschen, die dort unter kargen Bedingungen lebten. Die Legende der Sieben Schwestern fügt sich in diese Erzähltradition ein und verleiht dem Naturschauspiel eine zusätzliche emotionale Ebene, die über die reine geologische Erklärung hinausgeht.
Beste Reisezeit und Wasserführung
Wie stark die Sieben Schwestern fließen, hängt maßgeblich von der Schneeschmelze und den aktuellen Niederschlägen ab. Am kräftigsten zeigen sich die Fälle typischerweise im späten Mai und im Juni, wenn die Schneemassen aus dem Winter noch abschmelzen und zusätzlich Regen fällt. Wer die Wasserfälle in ihrer imposantesten Form erleben möchte, plant den Besuch am besten in diesem Zeitfenster.
Im weiteren Sommerverlauf nimmt die Wassermenge häufig ab. Im trockenen August können einzelne der sieben Wasserströme deutlich schwächer ausfallen oder streckenweise fast versiegen, während andere weiterhin sichtbar bleiben. Das Gesamtbild wirkt dann weniger geschlossen als im Frühsommer, bleibt aber dennoch eindrucksvoll, gerade weil die unterschiedliche Stärke der einzelnen Fälle die geologische Vielfalt des Ortes zeigt. Die Hochsaison im Geirangerfjord begann 2026 am 2. Mai, was ungefähr mit dem Beginn der wasserreichsten Wochen zusammenfällt.
Anreise und Aussichtspunkte
Der Geirangerfjord selbst ist von Wasser umgeben, weshalb Bootstouren die klassische Art sind, die Sieben Schwestern aus nächster Nähe zu erleben. Fjordkreuzfahrten und kleinere Bootsausflüge führen regelmäßig an der Wasserfallgruppe vorbei, häufig kombiniert mit einer Fahrt am gegenüberliegenden Friaren. Wer aktiver unterwegs sein möchte, findet auch Kajaktouren, die einen ruhigeren, langsameren Blick auf die Felswand und die herabstürzenden Wassermassen ermöglichen.
Vom Ufer aus lässt sich der Wasserfall aufgrund der steilen Topografie kaum erreichen, weshalb ein Blick vom Wasser aus die gängige Perspektive bleibt. Für Reisende, die den gesamten Fjord erkunden wollen, lohnt sich eine Kombination aus Bootstour und einer Fahrt entlang der bekannten Serpentinenstraßen oberhalb des Fjords, von denen aus sich weitere Panoramablicke auf die umliegende Landschaft eröffnen.
Der Geirangerfjord als Weltnaturerbe
Der Geirangerfjord gehört seit 2005 gemeinsam mit dem Nærøyfjord zum UNESCO-Welterbe „Westnorwegische Fjorde”. Diese Auszeichnung würdigt die außergewöhnliche Kombination aus steilen Felswänden, zahlreichen Wasserfällen und der weitgehend unberührten Fjordlandschaft, zu der auch die Sieben Schwestern zählen. Der Schutzstatus hat direkte Auswirkungen auf den Schiffsverkehr: Seit 2026 gilt in den UNESCO-Fjordzonen eine Einschränkung für fossil betriebene Kreuzfahrtschiffe, während elektrische und hybride Fahrzeuge davon ausgenommen sind.
Für Reisende ändert sich dadurch wenig am grundsätzlichen Zugang zum Fjord, der weiterhin für den Tourismus geöffnet bleibt. Die Regelung markiert jedoch einen Wandel hin zu emissionsärmeren Angeboten, der sich in den kommenden Jahren zunehmend auf die verfügbaren Boots- und Kreuzfahrtoptionen auswirken dürfte. Wer besonderen Wert auf umweltschonende Fortbewegung legt, findet bereits jetzt entsprechende elektrische oder hybride Angebote für Fjordtouren.
Häufige Fragen
Wie kommt man am besten zu den Sieben Schwestern?
Der Wasserfall liegt an der Nordseite des Geirangerfjords und ist am besten per Boot zu erreichen. Fjordkreuzfahrten, kleinere Bootsausflüge und Kajaktouren führen regelmäßig direkt an der Wasserfallgruppe vorbei. Ein Zugang zu Fuß ist wegen der steilen Felswände praktisch nicht möglich.
Warum heißen die Wasserfälle Sieben Schwestern?
Der Name geht auf eine örtliche Legende zurück, die die sieben parallel fließenden Wasserströme als Schwestern beschreibt. Sie werden mit dem gegenüberliegenden Wasserfall Friaren, dem „Freier”, in Verbindung gebracht, der der Erzählung nach erfolglos um ihre Gunst wirbt.
Wann führen die Sieben Schwestern am meisten Wasser?
Die Wasserführung ist im späten Mai und im Juni am stärksten, wenn Schneeschmelze und Niederschlag zusammenkommen. Im trockeneren August können einzelne der sieben Fälle deutlich schwächer sein oder zeitweise fast versiegen.
Gehört der Geirangerfjord zum Weltnaturerbe?
Ja, der Geirangerfjord ist seit 2005 gemeinsam mit dem Nærøyfjord Teil des UNESCO-Welterbes „Westnorwegische Fjorde”. Seit 2026 gilt in diesen Zonen zudem eine Einschränkung für fossil betriebene Kreuzfahrtschiffe, elektrische und hybride Schiffe sind davon ausgenommen.
Reiseinformationen wie Wasserführung und Schiffsregelungen: Stand September 2026.
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